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Hinter den Kulissen der Pfarreiratswahl für die Südliche Ortenau:

24.10.2025 | Wenn Briefumschläge das Büro erobern

Die Pfarreiratswahl – das klingt nach einem klaren Termin im Kalender, einem Wahlsonntag, an dem die Menschen in die Wahllokale gehen oder ihre Briefwahlunterlagen längst abgeschickt haben. Doch was davor passiert, bleibt für die meisten unsichtbar. Ein bisschen so, wie beim Theater: Auf der Bühne glänzen am Ende die Kandidierenden, im Hintergrund aber wuselt das Team, damit der Vorhang überhaupt aufgeht.
Und wuseln – das beschreibt ganz gut, was in den vergangenen Wochen im Dekanat Lahr los war.

Wahlvorstand im Dauereinsatz
Mehrmals hat sich der Wahlvorstand, bestehend aus Personen aller sechs Stimmbezirke sowie des Dekanats und unterstützt durch drei Sekretärinnen, in den letzten Monaten getroffen, um alles vorzubereiten: Wahllokale festlegen, Wahlausschüsse vor Ort bestimmen, Abläufe planen, offene Fragen klären. Klingt nüchtern, war in Wirklichkeit aber eher ein lebendiges Puzzle, bei dem immer wieder neue Teile dazugekommen sind. Denn kaum war eine Frage beantwortet, stellte sich gleich die nächste: Darf man das so? Woher kommt jenes Formular? Und was sagt eigentlich Freiburg dazu? Gerade zur zentralen Ansprechperson für Wahlfragen in Freiburg bestand manchmal schon fast eine Telefon-Standleitung bei Jugendreferentin und Wahlvorstands-Vorsitzenden Sarah Henniger.
 
Papierberge und Packstraßen
Währenddessen verwandelte sich das Dekanatsbüro ab Ende September in eine Mischung aus Poststelle, Versandzentrum und Papierlager. Berge von Briefumschlägen und Kopien stapelten sich, Wahlbriefanträge mussten sortiert und im System eingetragen, gebündelt und verschickt werden. Wer zufällig hereinschaute, konnte meinen, hier würde ein kleiner Verlag auf Hochtouren laufen – schließlich war auch mit den Erfahrungszahlen der letzten Wahl im Corona-Jahr überhaupt nicht klar, auf welche Zahlen es hinauslaufen würde. Am Ende wurden sozusagen auch nur 439 Wahlbrief-Unterlagen verschickt – was aber immerhin die Arbeit von 2634 gefalteten und zusammen-getüteten Einzelelementen bedeutet!
 
Das Wahl-Wochenende
Für die wählenden Besucher ein Einsatz von maximal fünf Minuten, war das Wochenende für den Wahlvorstand und die Wahlausschüsse vor Ort stellenweise ein kleiner Marathon: Da pro Stimmbezirk nur ein Wählerverzeichnis am Start war, um mehrfaches Wählen einzelner zu vermeiden, wurde in jedem Stimmbezirk ein Routenlauf durch Kirchen und Pfarrzentren organisiert – immer möglichst entlang der örtlichen Gottesdienste oder extra organisierter Kaffeetreffen und im Rahmen der vorgegebenen „Transportpausen“ und insgesamten Mindest-Öffnungszeiten... Und dann jedes Mal: Alles aufbauen und Infos aufhängen, Urne bereitstellen. Nach der Wahlzeit wieder alles packen, Urne versiegeln, weitertransportieren – und alles von vorne. Die meisten Stationen hatte der Stimmbezirk Friesenheim mit einer Station am Samstag und ganzen fünf Stationen am Sonntag!
Währenddessen wurde in Lahr am Mittag bereits das Lokal zum Auszählen aufgebaut, ebenso die „Wahl-Bar“ für die anschließende Wahlparty und Getränke und Häppchen vorbereitet. Die letzte Arbeits-Hürde nach all dem Auszählen war schließlich das nötige Eintragen der ganzen Ergebnisse in das digitale Wahlsystem der Diözese, bis Ergebnisse verkündet werden konnten.
Im Rückblick gab es bei dieser Wahl im gesamten Gebiet der künftigen Kirchengemeinde (jetzt noch Dekanat Lahr) eine Wahlbeteiligung von 9,09%. Größte Beteiligung gab es in der Altersgruppe 66+, die geringste bei den 16-20-jährigen.
Was wirklich unterstützte und Arbeit erleichterte, war dieses Mal wieder die Möglichkeit zur Online-Wahl: In allen Stimmbezirken war bei den Wahlmöglichkeiten die Online-Wahl am stärksten, gefolgt von der Präsenzwahl und ein paar Briefwählenden.
 
Das Ergebnis muss raus in die Welt
Auch mit dem Verkünden des vorbehaltlichen Wahlergebnisses am Sonntag war die Wahl für die Vorbereitenden noch lange nicht vorbei: Auch der gesamte Montag war im Dekanatsbüro davon geprägt, analoge Daten der Präsentwahl in das digitale Wahlsystem der Diözese umzutragen, das offizielle Wahlergebnis im System zu erstellen – und eben auch offiziell öffentlich zu machen über Website, Presse und natürlich die örtlichen Pfarrbüros, die das Wahlergebnis in den Schaukästen und teilweise Kirchen und ähnlichem aushängen.
 
Und dann am Nachmittag das Durchatmen. Soweit fertig erstmal!
 
Mehr als nur Organisation
Bei all dem Trubel wird leicht vergessen, dass hinter diesen organisatorischen Marathons ein Ziel steckt: den Menschen vor Ort eine gute Wahl zu ermöglichen. Dass alles so reibungslos wirkt, liegt an vielen kleinen Handgriffen, ungezählten Telefonaten und stapelweise Papierarbeit, die sonst niemand sieht.
Wenn also bald die neuen Pfarreiräte feststehen und die Wahl als „gelungen“ gilt, dann lohnt es sich, einen Moment dankbar zurückzublicken – auch auf die stillen Heldinnen und Helden hinter den Kulissen, die zwischen Briefumschlägen, Listen und spontanen Problemlösungen in den Stimmbezirken und im Dekanat den eigentlichen Wahl-Zauber möglich gemacht haben.
 
Mit Grüßen aus dem Wahlstand: Ein kleiner Einblick-Bericht von Melanie Bischoff
 
Der Wahlvorstand (plus Melanie Bischoff hinter der Kamera und Silke Jestand als dritte Sekretärin mit Zugang zum digitalen Wahlsystem)
 
Briefwahlunterlagen ordnen...
 
... und am Wahlabend den Stimmbezirken zuordnen.
 
Alle Auszählarbeiten fanden gemeinsam in Lahr - getrennt nach Stimmbezirken - statt.
 
Am Ende dann: Wahlparty!