Spaghetti Napoli, Pizza, Bruschetta und Caprese - fallen Ihnen auch als erstes italienische Spezialitäten ein, wenn sie an Tomaten denken? Und das Wasser läuft Ihnen gleich im Munde zusammen? Geschwind malen die Produzentinnen und Produzenten von Tomatenmark und Dosentomaten die italienische Tricolore auf ihre Verpackungen – Tomate und Italien, das gehört halt einfach zusammen. Oder?
Hummel-Tipp Nr. 144: Lust auf Spaghetti Shanghai?
Doch nur weil „produziert in Italien“ auf der Tomatendose drauf steht, müssen noch lange nicht italienische Tomaten drin sein. In sehr vielen Fällen stammen diese nämlich - wie mehrere TV-Dokumentationen berichten - aus China. Mit knapp 63 Millionen Tonnen ist China der größte Tomatenproduzent weltweit, ein Drittel der Weltproduktion. Und dass, obwohl die Menschen vor Ort selbst gar keine Tomaten essen! In China werden die Tomaten unter anderem von der unterdrückten Minderheit der Uiguren für Hungerlöhne umweltschädlich produziert, zu Paste verarbeitet, auf weitem Weg vor allem nach Italien verschifft und von dort verkauft.
Auf der Verpackung wird das nicht ersichtlich. Nur wenn „100% italienische Tomaten“ draufsteht, sind auch wirklich solche drin. Nur ...: In Italien sind es oftmals aus Uganda geflüchteten Bäuerinnen und Bauern, die auf den Feldern die Tomaten ernten – unter sehr schlechten Bedingungen. In ihrem Heimatland hatten sie auch Tomaten produziert, doch wurden sie dort von europäischen und chinesischen Tomaten vom Markt gedrängt. In Spanien sind es übrigens häufig geflüchtete Personen aus Marokko, die unter Unmengen von Folien mit viel Spritzmitteln arbeiten. Alternativ hätten wir noch fossil beheizte Gewächshäuser in den Niederlanden und in Deutschland zu bieten.
Wenn Ihnen jetzt ganz schwindlig ist, dann schauen Sie doch mal, was Mesner Hummel sich ausgedacht hat: Der pflanzt nämlich seine Tomaten jetzt selbst an und kocht sich eigene Soße ein! Che delizioso banchetto!





